Gründung eines Bürgerbusses

Die Bürgerbusprojekte sind nur umsetzbar, wenn sich ehrenamtliche Bürger zusammenschließen und Verkehrskonzepte entwickeln. Das Projekt wird neben dem Verein durch drei große Stützen getragen: durch die Gemeinde, einem Verkehrsunternehmen und dem Verkehrsministerium (Land). Nur durch die Zusammenarbeit aller Institutionen kann das Vorhaben realisiert werden und Bestandteil der zukünftigen Mobilisierung weißer, immobilen Flächen auf der Landkarte sein.

Bürgerbus Ausarbeitungx3

Quelle: HECKENS 2010, S.17

Der Verein

Bürger einer Region bemerken ein Mobilitätsproblem. Sie schließen sich zusammen und beraten sich über mögliche Lösungswege. Durch die Gründung eines Bürgerbusvereins können sie Konzepte und Variationsmöglichkeiten erarbeiten. Sie analysieren, zu welchen Zeiten und auf welchen Strecken Defizite vorliegen und ein Bürgerbus sinnvoll einsetzbar wäre. Sie übernehmen alle anfallenden Aufgaben: Fahrpläne, Ticketverkauf, Busunterhaltung, Organisationen, Marketing und Werbepartner. Wie in jedem Verein üblich, muss es eine bestimmte personelle Basis geben sein: Vereinsvorsitzender und Stellvertreter, ein Geschäftsführer, ein Kassenwart, sowie Schriftführer.

Wenn alle Funktionen innerhalb des Vereins verteilt sind, und ein realistisches Konzept vorliegt, kann der Verein sich an seine Gemeinde/Kommune wenden.

Die Gemeinde

Die Gemeinde oder Kommune ist der wichtigste monetäre Partner des Bürgerbusvereins. Denn nur durch ihre Zustimmung sowie Anerkennung des Problems, kann sie den Beschluss fassen, eventuell anfallende Betriebsdefizite zu übernehmen. Dieser Beschluss ist von äußerster Wichtigkeit, denn nur durch ihn können auch spätere Förderungen, durch das Bundesland, zugelassen werden. Die Gemeinde sollte nicht nur finanziell sondern auch als mögliche Kontaktperson für Problemfälle zur Verfügung stehen.

Das Verkehrsunternehmen

Die örtlichen Verkehrsunternehmen sind meistens die Konzessionsinhaber der Linienbusse und Linienstrecke. Zudem können sie zur besseren Umsetzung und Ausarbeitung der Pläne behilflich sein. Sie stellen oft die Busse zur Verfügung und kümmern sich um die erforderlichen Versicherungen.

Verkehrsministerium (Land)

Durch den Beschluss der Gemeinde, sowie einer bestimmten Anzahl von Mitgliedern und freiwilligen Fahrern (um einen reibungslosen Busbetrieb zu realisieren), hat das Verkehrsministerium, bzw. die Landesregierung, die Möglichkeit den Verein finanziell zu unterstützen. Auf diese Mittel wird im weiteren Verlauf noch einmal tiefer eingegangen.

Wenn alle Partner zusammen arbeiten und aufeinander abgestimmt sind, kann der Bürgerbus sein Pilotprojekt über einen bestimmten Zeitraum starten. Hier ist es wichtig nach Ablauf ein umfangreiches Résumé zu ziehen: Gibt es genügend Bedarf? Liegen Betriebsdefizite vor? An welchen Stellen müssen Zeiten oder Strecken verbessert oder ausgebaut werden? Zusammen mit den Partnern kann man so das Projekt weiterentwickeln und ausbauen (HECKENS, 2011. S. 9f.).

Einleitung   Alternative Bedienungsformen   Definition Bürgerbus Finanzierung   Öffentlichkeitsarbeit   Vorkommen   Fazit

Quellen