Gentrification - Phasenmodell

Für die Gentrification gibt es verschiedene Ansätze zur Untersuchung der einzelnen Prozesse. In dieser Arbeit soll nun das bekannteste Modell, das Phasenmodell, vorgestellt werden.

Phasen

Es gliedert sich in vier ineinander übergehende Phasen. Es ist eine vereinfachte, modellhafte Darstellung. Da realen Untersuchungsprozesse subjektiven Einflüssen unterliegen, werden sie diesen geraden Verlauf nicht genauestens wiedergeben können.

Erste Phase
Vor Beginn des Transformationsprozesses, sowie zur ersten Phase haben wir ein heruntergekommenes Wohnquartier, das vor allem von Alteingesessenen und Anderen bewohnt wird. In diesem ersten Stadium ziehen, wie in Abbildung 1 erkenntlich, die ersten risikobereiten Pioniere, sprich Studenten und Künstler in das Gebiet. Vor allem die geringen Mieten, aufgrund des schlechten Bauzustandes, und die kulturelle Mischung ziehen diese Gruppe an. In dieser Phase kommt es nur zu einer Umverteilung der Einwohner, jedoch zu keiner Verdrängung, da die Pioniere vor allem in die leerstehenden Wohnungen einziehen. Zwar beginnen in der ersten Phase der Gentrification schon vereinzelte Modernisierungen im Quartier, doch die geringe Anzahl führt zu keiner Aufmerksamkeit bzw. zu keinem Imagewandel (SLAWINSKI, 2011, S.19).

Zweite Phase 
Die zweite Phase ist durch den vermehrten Zuzug von Pionieren geprägt. Zu diesen ziehen jedoch schon vereinzelte Gentrifier in das Wohngebiet. Sie sind jedoch die „unterste Ebene“ der Gentrifier. Sie sind risikoscheuer und haben bestimmte Voraussetzungen an das Viertel. So möchten sie, dass sich das Gebiet nach ihren Wünschen entwickelt, sodass sich Investitionen in diesem Gebiet lohnen. Sie handeln immer mit der Absicht des dauerhaften Wohnanspruchs. Wie in der ersten Phase für die Pioniere, ist in der zweiten Phase ebenfalls der niedrige Mietzins bzw. der niedrige Kaufpreis für die Gentrifier von entscheidender Bedeutung.
Die Leerstände gehen stark zurück bzw. verschwinden, aufgrund des ansteigenden Interesses. Wohnungsmakler entdecken das Viertel, die Boden und Mietpreise steigen durch die vermehrten Modernisierungen und Sanierungen an.
Hierbei kommt es zu ersten Verdrängungsprozessen der Alteingesessenen und Anderen, die sich die hohen Mieten nicht leisten können.
Durch die Ansiedlung von neuem Einzelhandel sowie der Gastronomie werden auch die Medien aufmerksam und berichten von dem Wohngebiet und neuen Szenekneipen (SLAWINSKI, 2011, S.19f.).

Dritte Phase   
Die dritte Phase gilt als die eigentliche Gentrification-Phase. Wie in der Abbildung 1 erkennbar steigt hier der Zuzug der Gruppe der Gentrifier stark an, wodurch analog der Transformationsprozess im Wohnquartier stärker umgesetzt wird.
Alle sozialen Gruppen nehmen eine einflussreiche Veränderung der sozioökonomischen Konstellationen wahr. Die Alteingesessenen und Anderen, sowie Pioniere, stehen dem ganzen kritisch gegenüber, da sie die multikulturellen Ausprägungen, die klassischen Altbauten vermissen und die teuren Mieten nicht mehr bezahlen können. Die Gentrifier hingegen fühlen sich wohl, da sich das Wohnumfeld nach ihren Bedürfnissen entwickelt. Diese konträren Seiten bieten starkes Konfliktpotenzial. Der große Modernisierungsfortschritt und der vermehrte Verkauf von Eigentumswohnungen an „statushöheren“ Gentrifier, lassen die Boden- und Mietpreise weiter stark ansteigen. Die ehemaligen Bewohner und Pioniere werden immer weiter ökonomisch und kulturell verdrängt.
Der Imagewandel vollzieht sich immer weiter. Dieses wird durch die Medien aufgefasst und verbreitet, sodass ein immer größeres Interesse von neuen Bewohnern, auch überregional, geweckt wird (SLAWINSKI, 2011, S.20).

Vierte Phase  
In der letzten Phase ziehen weiterhin Gentrifier in  das Gebiet ein. Sie gehören nun mehr der „statushöheren“ Gruppe an. Sie kaufen überwiegend Eigentumswohnungen, in denen Sie mit ihren Familien mit Kindern, aufgrund des inzwischen guten Images, einziehen. Die Boden- und Mietpreise befinden sich weiterhin im Anstieg, und private Investoren sehen vermehrtes Potenzial für Sanierungen und Modernisierungen. Die Gebäude zählen somit als sichere Kapitalanlage.
Die Verdrängungen werden fortgesetzt. Nun sind jedoch nicht nur Alteingesessene und Pioniere stark gefährdet. Selbst die ersten Gentrifier unterliegen nun der Angst, verdrängt zu werden. Wie man der Abbildung 1 entnehmen kann sind in dem Untersuchungsgebiet kaum noch ehemalige Bewohner vorhanden (SLAWINSKI, 2011, S.20f.).

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Quellen