Gentrification - Definition

Die Stadtforschung und Transformationsforschung ist überaus geprägt durch die Chicagoer Schuler im 20. Jahrhundert. Vor allem der soziale und funktionsräumliche Wandel wurde zu dieser Zeit Interessant für Sozialgeografen und die soziologische Stadtforschung. Der Grund hierfür waren die Revitalisierungen von heruntergekommenen, teils unbewohnbaren, Wohnquartieren.  Es ist ein komplexes Thema, dass die bauliche Aufwertung, soziale Aufwertung, funktionale Aufwertung (Geschäfte) und symbolische Aufwertung (Medien) umfasst (HEINEBERG, 2006, S.20).

Ruth Glass prägte den Begriff der Gentrification. Sie war Geografin in Großbritannien und befasste sich mit den innerstädtischen Aufwertungsprozessen der Londoner Wohnquartiere. So sagte sie 1964, dass „One by one, many oft the working class quarters of London have been invades by the middle-class-upper, and lower-shabby modest mews and cottages […] have been taken over when their leases expired, and have become elegant, expensive residences.“ (KRAJEWSKI, 2006, S. 36).

In der Literatur sind viele Definitionen zu diesem Prozess zu finden. Der subjektive Bezug lässt sie jedoch nicht für alle Prozesse übertragen. J. Friedrichs definierte Gentrification 1996 wie folgt: „Gentrification ist der Austausch einer statusniedrigen Bevölkerung durch eine statushöhere Bevölkerung in einem Wohngebiet.“ (KRAJEWSKI, 2006, S.37). Diese Beschreibung umfasst jedoch rein die soziale Ebene des Wandlungsprozesses. Zudem kann es ebenfalls zu einer weiteren Problematik führen, im Hinblick auf Transformationsländer, die aufgrund ihres sozioökonomischen Anpassungsprozesses mit ganzen Städten oder Regionen in diese Definition fallen würden (KRAJEWSKI, 2006, S.37).

Die Definition „Unter Gentrification versteht man einen stadtteilbezogenen Aufwertungsprozeß (!), der auf der Verdrängung unterer Einkommensgruppen durch den Zuzug wohlhabender Schichten basiert und zu Qualitätsverbesserungen im Gebäudebestand führt.“ Von Helbrecht 1996 (KRAJEWSKI, 2006, S.38) vereint die verschiedenen Ebenen der Sozioökonomie mit dem Städtebau.

Die umfassendste Begriffsbestimmung lieferte Friedrichs zwei Jahre nach seiner ersten Beschreibung: „Aufwertung eines Wohngebietes in sozialer und physischer Hinsicht.“ (KRAJEWSKI, 2006, S.38). Sie gilt als sinnvollste Definition, da sie alle Quartiere beschreiben kann, nicht nur die allgemeinen Arbeiterviertel, und zudem die empirisch schwererfassbare Abwanderung der Menschen nicht miteinbezieht (KRAJEWSKI, 2006, S.38).

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Quellen