Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – Soziale Stadt

Das Bund-Länder-Programm: „Soziale Stadt“ richtet sich an Quartiere mit baulichen und sozialen Defiziten. Hierbei werden vor allem lokale Akteure aus den Bereichen Soziales, Wirtschaft, Bau etc. herangezogen um gemeinsam mit den Quartiersbewohnern eine zielgerichtete Entwicklung zu verfolgen. Es handelt sich um ein Programm der deutschen Städtebauförderung und unterliegt somit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und den einzelnen Bundesländern. Ziel der Förderung ist es Stadtteile sozial, ökonomisch, ökologisch und vor allem städtebaulich zukunftsfähig zu gestalten und zu entwickeln.

In Europa, aber vor allem auch in Deutschland, weisen, vor allem größere Städte, immer öfter Quartiere auf, die baustrukturelle, soziale und verschmutzte Eigenschaften aufweisen. Da sich die lokale Ökonomie einer Stadt nicht gleichmäßig auf das gesamte Stadtgebiet verteilt und auch unterschiedliche Wohnformen und Wohnkosten in einem Stadtgebiet vorliegen, entwickeln sich aus manchen Gebieten benachteiligte Wohnquartiere.

Beispiele hierfür sind zum einen die Gebiete, die eine hohe Quote an Sozialbauten oder Plattenbauten aus den siebziger Jahren besitzen. Sie weisen des Öfteren Schimmel auf und sind energetisch mangelhaft zu betrachten. Des Weiteren besteht die soziale Problematik im schlechten nachbarschaftlichen Verhältnis bzw. Segregation, aufgrund des demografischen Wandels oder der zum Teil hohen Migrations- und Arbeitslosenquote in den Vierteln.

Dieser Stadtentwicklung sollte mit dem 1999 eingeführten integrierten Handlungsansätzen des Bund-Länder-Programms „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – Soziale Stadt“  entgegengewirkt werden. Damit sich keine „Abwärtsspiralen“ entwickeln und die einzelnen Viertel sich anhand von lokalen, gebündelten Ressourcen regenerieren können, ist eine fachübergreifende Zusammenarbeit aller Ebenen und partnerschaftlichen Kooperationen der lokalen Akteure von enormer Wichtigkeit.

Hier stehen vor allem energetische Sanierungen, die Sicherung der der lokalen Ökonomie, die Verbesserung der Wohn- und Lebensbedingungen und der Verbesserung der Qualifikationsmöglichkeiten sowie Ausbildungs-, Beschäftigungs- und Gesundheitsförderung im Vordergrund.

Die Einbeziehung der Bewohnerinnen und Bewohner soll die Möglichkeit gegeben werden sich selbst zu bilden und zu helfen. Durch die Partizipation, beispielsweise durch verschiedene Arbeitsgruppen, werden die Bewohnerinnen und Bewohner aktiv in die Umgestaltung eingebunden, sodass sie direkten Einfluss auf die Entwicklung haben und sich somit stärker mit dem eigenen Viertel identifizieren können.

Die ein Drittel Förderung durch den Bund, das Land sowie der Kommune/Gemeinde ist zeitlich begrenzt und dient als Anstoßprojekt für die integrative Stadtentwicklung. Zwar gibt es keine direkten zeitlichen Begrenzungen, allerdings nimmt die Förderung stetig ab und die Regelförderung beläuft sich auf ca. zehn bis 15 Jahre.

603 Gebiete nahmen bis 2011 an dem Bund-Länder-Programm teil. Unter folgendem Link können Sie sich einen Überblick verschaffen, welche Städte und Gemeinden die Städtebauförderung nutzen.  Programmgebiete (Quelle: Städtebauförderung von Bund, Ländern und Gemeinden)