Definition Bürgerbus

Der Bürgerbus zählt, laut der Definition der alternativen Bedienungsformen, zu den Linien- und Bedarfsbetrieben.

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Quelle: HECKENS 2010, S.16

Der Bürgerbus ist eine Betriebsform der Produktpalette des öffentlichen Personennahverkehrs. Er gilt als das Verkehrsmittel, das den lokalen Verkehrsbedürfnissen am nächsten kommt, weil der Bürgerbusverein Linienweg und Fahrplan weitgehend selbst festlegt.“ (SCHMÖE, 2007, S.162).

Entwickelt wurde diese Art von Verkehrsprojekt in den 1960er Jahren in England mit der Bezeichnung des „Voluntary Transport“. Bevor in Deutschland diese Projekte integriert wurden, fanden sie den Weg auf das europäische Festland durch die Niederlande, in denen sie sich „Buurt Busse“ nannten, und aufgrund von Hilfe zur Selbsthilfe der Mobilität in den 1970er Jahren eingeführt wurden.

Die Initiative eines solchen Projektes liegt in den Händen der Bürger, die ein Mobilitätsproblem besitzen, und sich gemeinsam mit der Gründung eines Vereines, für die Mobilisierung ihrer Problemregion einsetzen und Lösungskonzepte erarbeiten.

In Deutschland startete der erste Bürgerbus 1985 im münsterländischen Heek und Legden (nahe der niederländischen Grenze), basierend auf den Erfahrungen des Nachbarlandes (SCHMÖE, 2007, S.162).

Wichtigste Eigenschaft dieser Bedienform ist die ehrenamtliche Tätigkeit. Die Fahrer der Bürgerbusse sind ehrenamtlich angestellt und fahren unter dem Motto: „Bürger fahren Bürger“ vergütungsfrei. Nur durch diese freiwilligen Verpflichtungen der Fahrer und Organisatoren können die Projekte kostengering und vor allem erfolgreich durchgeführt werden. Das „Chauffeurteam“ besteht oft aus Rentnern und Pensionäre, Hausfrauen, Schülern und Studenten sowie Arbeitslosen (HECKENS, 2011. S. 18).

Die Fahrzeuge sind Kleinbusse mit bis zu acht Sitzmöglichkeiten. Stehende Passagiere, wie in klassischen Bussen sind verboten. Die Anzahl der Sitze ist vor allem darauf ausgerichtet, dass der Fahrer keinen Busführerschein benötigt, sondern sein Autoführerschein der Klasse B ausreicht (SCHMÖE, 2007, S.162).

Durch seine Eingliederung zu dem Linien- bzw. Bedarfsbetrieb fällt der Bus unter das Personenbeförderungsgesetz:

§49 Verkehr mit Mietomnibussen und mit Mietwagen:(1) Verkehr mit Mietomnibussen ist die Beförderung von Personen mit Kraftomnibussen, die nur im ganzen zur Beförderung angemietet werden und mit denen der Unternehmer Fahrten ausführt, deren Zweck, Ziel und Ablauf der Mieter bestimmt. Die Teilnehmer müssen ein zusammengehöriger Personenkreis und über Ziel und Ablauf der Fahrt einig sein.(BMJ, 2010).

Ein wichtiges weiteres Kriterium der Bürgerbusse ist es, dem traditionellen ÖPNV, sprich dem klassischen gegebenen Linienverkehr, keine Konkurrenz darzustellen.

Der Bürgerbus dient dazu:

  • Gemeinden an den lokalen und regionalen öffentlichen Verkehr, sowie an großen Anschlusspunkten der nahegelegenen Hauptzentren anzubinden.
  • in Bereichen zu verkehren, in denen große Busse aus Sicht der Geländebeschaffenheit nicht verkehren können.
  • den gegebenen ÖPNV zu ergänzen und auszuweiten, aufgrund von neuen Linien oder neuen Zeitplänen.

Allgemein gesagt, gilt es eine zusätzliche Verkehrsdienstleistung zu schaffen, sodass die Mobilität der Region und somit die Daseinsvorsorge ausgebaut und stark verbessert werden kann (HECKENS, 2011. S. 8).

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Quellen