Bürgerbeteiligung und Aktivierung

Städtebauförderung ist ein weitläufiges Thema. Beginnend in der Aufwertung von baulichen Beständen bis hin zu klimatologischen Themen der Grünflächengestaltung, haben alle Bereiche eine gemeinsame Basis: die Partizipation der Bürgerinnen und Bürger des Stadtteils.

bildJede kleine angestoßene Entwicklung in einem Stadtteil bedeutet einen Eingriff und eine Veränderung in den Lebensraum und die Lebensgewohnheiten der Anwohnerinnen und Anwohner. Die Vergangenheit zeigt, dass die größten Projekte und Gestaltungsprogramme in Stadtteilen ohne Bürgerbeteiligung oft nur temporär anhalten und schnell verpuffen, da sie nicht den Wünschen oder Bedürfnissen der Einwohnenden entsprachen. Diese Resultate wurden aufgegriffen und eine Beteiligung der Bevölkerung in die Städtebauförderung gesetzlich verankert.

Durch verschiedene Ansätze, wie z. B. einem sozialen Rahmenplan, geht es vorerst um die Erfassung der strukturellen Gegebenheiten und der Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung. Diese können nur in direkten Gesprächen, in Workshops, Ausstellungen oder Foren erfasst und analysiert werden. Die Ergebnisse sind in allen Phasen der Städtebauförderung zu integrieren und zu berücksichtigen.
Hier bedarf es einer freien Aufnahmebereitschaft der Stadt und Politik, da die Bedürfnisse und Planungen oft in konträre Richtungen gehen und zu einem Gesamtkonzept entwickelt werden müssen.

Kurz zusammengefasst ermöglicht die Partizipation von Bürgerinnen und Bürgern die genaue bedarfsgerechte Planung in der Stadtentwicklung, mit einer hohen Akzeptanz und Identifikationsmöglichkeit der Einwohnenden.

Aktivierung – aber wie?

Rahmenbedingungen
Doch wie erreicht man eine große Anzahl von Bürgerinnen und Bürgern? Oft wird die Partizipation so beschrieben, dass immer nur dieselbe aktive, homogene Gruppe an Informationsveranstaltungen teilnimmt und nur ein Bruchteil der Bedürfnisse und Ideen erfasst werden kann.

Vor erst muss erwähnt werden, dass Bürgerbeteiligung eine wichtige Instanz darstellt, allerdings auch Grenzen findet. Ein Stadtteil besitzt eine starke heterogene Gesellschaft. Die Unterschiede sind nicht nur auf die unterschiedlichen Herkunftsländer zu reduzieren, sondern verteilen sich zu einem großen Teil auch in den unterschiedlichen Ansichten der verschiedenen Generationen, den zufriedenen und unzufriedenen Bürgerinnen und Bürgern. Da man in den seltensten Fällen alle, oder einen Teil aus jeder Gruppe, mit den Angeboten der Partizipation erreichen kann, bedarf es vorheriger Überlegungen und Filterungen, um zu einem Ergebnis zu kommen, dass von den Bürgern getragen werden kann:

  • Um welches Projekt handelt es sich?
  • Welche Zielgruppe spreche ich an? Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Senioren?
  • Kann ich bestimmte Gruppen ausschließen?
  • Gibt es Vertrauenspersonen, die ihre Kreise mit in die Veranstaltungen integrieren kann?
  • Welche lokalen Institutionen können sich beteiligen?

Informationsveranstaltungen
Wenn diese groben Rahmenbedingungen abgesteckt sind, sollten die Informationsveranstaltungen durch unterschiedliche Medien, wie Internet, soziale Medien, lokale Presse, Handzettel und direkte Einladungen, gestreut werden. Wie schon angesprochen sind direkte Kontaktpersonen von äußerster Wichtigkeit. Denn Sie besitzen ein höheres Vertrauen der Menschen in ihren Wohnblocks, Gruppen oder Familien und können somit die Bewohnerinnen und Bewohner einfacher akquirieren und für bestimmte Themen begeistern.
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Am effektivsten und am anschaulichsten sind thematische Stadtteilspaziergänge. Oftmals ist eine theoretische Infoveranstaltung in Versammlungsräumen eine zu abstrakte Gesprächsrunde, sodass die Gefahr besteht, dass einige Interessenten abspringen. Somit sollte ein Spaziergang als eine recht frühe Maßnahme in Betracht gezogen werden. Die Interessierten Bewohnerinnen und Bewohner können vor Ort die Problematiken erkennen, ihre Erfahrungen austauschen und erste Ideen entwickeln. Sie können die Wichtigkeit für sich und das Stadtteilgebiet erkennen und sehen erste Identifikationen. Ein enormer Vorteil gegenüber abstrakten Gesprächen über ein Gebiet irgendwo im Stadtteil.
Die gewonnenen und weiteren Ergebnisse der Veranstaltungen müssen fotografisch und als Protokoll festgehalten werden, sodass alle Beteiligten im Nachhinein feststellen, dass Ihre Ideen gehört und für die nächsten Planungen integriert wurden.

Steht einmal eine Gruppe an Interessenten fest, geht es um die weitere Planung der Veranstaltung. Handelt es sich um kurzfristige Planungen, können Workshops behilflich sein, wenn es sich um stetige Planungs- und Entwicklungsschritte handelt, ist die Integration von Arbeitsgruppen in den Planungsprozess hilfreich. Wichtig ist neben richtigen Ausrichtung der Arbeit auf die Zielgruppen, die stetige Akquise von neuen Interessenten, da über die jeweiligen zeitlichen Prozesse eine gewisse Fluktuation von Interessenten sich festsetzen kann.

Wir als Stadtteilagenten beraten Sie gerne in der direkten Zusammenarbeit zwischen den Bürgerinnen und Bürgern, den sozialen und ökonomischen Akteuren und den Verwaltungsstrukturen. Ob als Beratung oder aktive Zusammenarbeit, durch Moderation oder Stadtteilmanagement, bieten wir Ihnen verschiedene Möglichkeiten an, Ihr Ziel durch kompetente Unterstützung zu erreichen.                    

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